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Essstörungen

Was Sie über Essstörungen wissen sollten

Hätten Sie´s gewusst...?


10-15% aller Magersüchtigen sterben an ihrer Magersucht!
Es besteht die Gefahr, dass die Magersucht chronisch wird.
Bereits jede dritte Schülerin (zwischen 12 bis 20 Jahren) leidet an Frühformen von Essstörungen, bei 14% dieser Altersgruppe besteht bereits ein sehr hohes Risiko für die Entwicklung einer Magersucht.

Essstörungen ist eigentlich ein falscher Begriff:

Nicht das Essen in seiner untrennbaren Einheit von biologischer und sozialer Funktion ist gestört, sondern das Essen wird missbraucht für damit nicht zusammenhängende Fragen. Essstörungen sind psychische Störungen, deren Kern im gestörten Selbstwert(-gefühl), im niedrigen Selbstvertrauen, in Störungen der eigenen Identität liegt. Da Menschen soziale Beziehungen weniger kontrollieren können, wird das einzige "Objekt", das immer zur Verfügung steht, der eigene Körper, das Gewicht, die Figur etc. zum Schlachtfeld!


Magersucht: Typisch für Magersucht

Magersüchtige sind von ihrem äußeren Erscheinungsbild auffallend dünn. Sie sind hoch sensibel für die Bedürfnisse anderer und können sich verbal gut mit Freunden, Bekannten und Verwandten auseinander setzen. Der Zugang zu ihrer eigenen Gefühlswelt ist ihnen jedoch sehr schwer möglich. Daher ist es auch für nahe stehende Personen schwer, sie emotional zu erreichen und zu stützen.

Fehlender Kontakt zum Körper und dessen Bedürfnissen.
Der Körper wird als Feind erlebt und bekämpft.
Ständiges Wiegen und sich zu dick fühlen.
Der Kopf kontrolliert und steuert.
Kontrolle vermittelt das Gefühl, autonom und selbständig zu sein.
Manchmal übertriebene Sparsamkeit und extremer Reinlichkeitssinn, Ablehnung jeglicher lustbetonter Betätigung, eine ausgesprochen spartanische Lebensweise.
Rückzugsverhalten.
Schwarzweißdenken und depressive Verstimmungen.
Ritualisiertes Essverhalten.
Extrem langsames Essen, extrem heiß oder kalt essen.
Verzehr von Baby- oder Kindernahrung, breiige Kost. Bevorzugung von kalorienarmen Nahrungsmitteln und Getränken, meist sehr einseitige Nahrungsauswahl.
Essen vortäuschen, kauen und ausspucken.
Kochen, backen, Rezepte sammeln und andere zum Essen animieren.
Vieles im Stehen machen.
Sich Kälte aussetzen.
Exzessiv Sport treiben.
Tragen von schweren Taschen/Rucksäcken.
Die Betroffenen verweigern sich über lange Zeit, sich ihre Krankheit einzugestehen.

WICHTIG: Dringender Handlungsbedarf für Angehörige und Freunde besteht, wenn Betroffene apathisch reagieren, nur noch mit leiser Stimme sprechen, kraftlos sind und beim kleinsten Konflikt mit Weinen reagieren. Dies sind Alarmsignale, die als ersten Schritt einen Arztbesuch nötig machen. Betroffene dazu zu zwingen therapeutische Hilfe anzunehmen ist sinnlos. Es ist wichtig, dass Angehörige sich bei fehlender Krankheitseinsicht der Betroffenen an eine Beratungseinrichtung wenden und sich Hilfe holen.









Hilfe für Bulimie über Internet oder mittels Bibliotherapie


Typisch für Ess-Brech-Sucht


Vom äußeren Erscheinungsbild sind bulimische Frauen/Männer scheinbar normal, meist schlank. Sie sind sehr gepflegt und ehrgeizig. Es ist kaum zu erkennen, dass sie Probleme haben und Hilfe benötigen.

Typisch für Ess-Brech-Sucht (Bulimie; Bulimia nervosa):

Essverhalten in der Öffentlichkeit ist kontrolliert.
Auswahl von light- und fettarmen Produkten für die Mahlzeiten, die „offiziell“ gegessen werden und im Körper bleiben.
Trennen in erlaubte und verbotene Lebensmittel.
Einkauf großer Mengen billiger, leicht verzehrbarer Lebensmittel für die Essanfälle.
Schlingendes Essen bei den Essanfällen.
Horten von Lebensmitteln mit gleichzeitiger Angst davor, Lebensmittel zu Hause zu haben
Manchmal hohe Verschuldungen aufgrund der hohen Ausgaben für Lebensmitte
Keine geregelten Mahlzeiten
Nach außen hin funktioniert alles perfekt, die Fassade stimmt.
Bulimie ist schambesetzt und heimlich.
Selbstekel, das Gefühl, abnorm zu sein.
Soziale Isolation, Vernachlässigung von Interessen, depressive Verstimmungen.
Viele sportliche Aktivitäten.

Mögliche diagnostische Hinweise:

Andauernde, übertriebene Beschäftigung mit Figur und Gewicht.
Krankhafte Furcht davor, dick zu werden.
Scharf definierte, sehr niedrige persönliche Gewichtsgrenze.
Mindestens zwei Essattacken pro Woche in einem Zeitraum von über drei Monaten.
Dabei schnelle Aufnahme großer Mengen meist leicht verzehrbarer und kalorienreicher Nahrungsmittel.
Das Gefühl des Kontrollverlustes über das Essverhalten während der Anfälle.
Im Anschluss versuchtes Rückgängigmachen der Kalorienzufuhr über:
selbstinduziertes Erbrechen,
Medikamentenmissbrauch (z.B. Abführmittel, Entwässerungstabletten…),
strenge Diäten / Fastenphasen,
übermäßige körperliche Betätigung.

Diese Verhaltensweisen können einzeln oder parallel auftreten.

Die körperlichen Folgeschäden sind je nachdem wie versucht wird, die Essanfälle rückgängig zu machen, unterschiedlich: Es können Herzrhythmusstörungen, Kreislaufprobleme, Zahnschmelzschäden, Elektorlytentgleisungen (Kalium-/Magnesiummangel) und/oder Nierenschäden auftreten.

Die Regelblutung kann ausbleiben, Schlafstörungen, Haarausfall und/oder Konzentrationsstörungen können auftreten.

Zu den seelischen Folgen gehören starkes Ambivalenzverhalten, Wenn-dann-Denken, Schwarz-Weiß-Denken, Perfektionismus, Abwertung der eigenen Person und anderen bis hin zu Selbsthass und Depressionen. Häufig kommt es zu Verleugnung der Essstörung und die Betroffenen sind bemüht, eine unauffällige Fassade aufrecht zu erhalten. Es kommt zu Schamgefühlen und zu Rückzugsverhalten.

Mehrfachabhängigkeiten mit Alkohol, Drogen, Medikamenten oder Kaufsucht kommen vor, auch selbstverletzendes Verhalten kann zusätzlich auftreten.

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