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Abnehmen durch bewußtes Essen
Im Prinzip entsteht Übergewicht immer durch eine positive Energiebilanz, d. h. wenn dauerhaft mehr gegessen wird, als der Körper tatsächlich braucht. Deshalb kann grundsätzlich jeder abnehmen, sofern er weniger Energie zuführt, als benötigt wird, erklärt Hans-Georg Joost. Er räumt aber ein, dass es bei einer ungünstigen Veranlagung tatsächlich sehr schwierig ist. Denn das ständige Hungergefühl, unter dem die meisten Übergewichtigen leiden, erfordert eine eiserne Disziplin. Viele können diese Disziplin jedoch nicht aufbringen. Daraus schließt Wissenschaftler Johannes Hebebrand, dass Eigenschaften wie Wille und Durchhaltevermögen ebenfalls zum Teil genetisch bedingt sein könnten.
Erschwert wird das Abnehmen zusätzlich dadurch, dass Übergewichtige ihren Grundumsatz bei reduzierter Nahrungszufuhr sogar noch herunterfahren. Der Körper schaltet quasi auf Sparflamme und man darf noch weniger essen, um nicht wieder zuzunehmen.
Ein Problem beim Abnehmen ist, dass der Gewichtsverlust meist nur vorübergehend ist. „Nur etwa fünf Prozent der Übergewichtigen halten ihr Gewicht noch fünf Jahre nach einer Diät“, sagt Johannes Hebebrand. Aufgrund der bisher geringen Therapieerfolge appelliert der Wissenschaftler an die öffentliche Akzeptanz dicker Menschen: „Unser Gewicht unterliegt wie die Körpergröße einer gewissen Streubreite. Nicht alle Übergewichtigen werden es schaffen, langfristig dünner zu werden.“
Ein langfristiger Gewichtsverlust kann durch mehrmonatige Gewichtsreduktionsprogramme begünstigt werden, die von spezialisierten Instituten, den Krankenkassen und von Ernährungsberatern angeboten werden. Crash-Diäten oder viel versprechende Wunderdiäten führen dagegen nicht zu einer Verhaltensänderung. Es kommt häufig zum Jojo-Effekt, und das Gewicht ist nach der Diät sogar noch höher als vorher.